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Mythenweg
Thale |
Der
Ausgang des alpin anmutenden Bodetals aus dem Harz bei Thale ist flankiert
durch Hexentanzplatz und Roßtrappe, beides Orte, die in heidnisch-germanischer
Zeit bis 800 n.Chr. wegen ihrer außerordentlich exponierten Lage
als Volks- oder Fliehburgen sowie als Kultstätten von überregionaler
Bedeutung zur Götterverehrung genutzt wurden. Sachsenwall (Bereich
des Hexentanzplatzes) und Heidenwall (Rosstrappengebiet) sind noch vorhandene
bauliche Relikte aus prähistorischer Zeit. |
Die 1901 auf dem Hexentanzplatz eingeweihte Walpurgishalle, mit dem in der Vorhalle liegenden, vom Beginn der Zeitenwende stammenden Opferstein und dem Göttervater Wotan im Gesims, erinnert eindrucksvoll an den hier ausgeübten Götterkult vergangener Zeiten. Gegenwärtig verzeichnen wir einen wachsenden Zuspruch seitens der Touristen an mythologischen Führungen im Bereich des Bodetals. So wie die Hexe das Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Mittelgebirgen für den Harz darstellt, ist der germanische Götterkult im besonderen Maße auf die Region um Thale zugeschnitten. Wegen dieses hier vorhandenen einzigartigen Potenzials an altheidnischen Kultstätten wurde der Stadt daher als erstem Harzort 2002 das Label „Mythenharz“ zuerkannt. Es besteht die Absicht, das diesbezüglich bereits vorhandene touristische Angebot noch weiter zu vervollkommnen. |
Die Stadtverwaltung und der Verein „Für Thale“ haben deshalb ein Konzept entwickelt, das zum Inhalt hat, etwas von diesem Mythos sichtbar und erlebbar für die Besucher und die Bürger von Thale im Stadtgebiet zu zeigen. Es ist vorgesehen, beginnend von der Talstation der Schwebebahn über die Hubertusinsel, den Friedenspark, die Bahnhofsstraße, die Karl-Marx-Straße bis zum 2003 neu erbauten Rathaus einen „Mythologiepfad“ einzurichten. Etwa zwölf künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Figuren aus der germanischen Mythologie sind geplant. Die wechselweise in Stein, Holz oder Metall auszuführenden Plastiken sollen durch unterschiedliche künstlerische Stilrichtungen geprägt sein und so mit ihrer Vielfalt an Inhalt und künstlerischer Aussage das Stadtbild beleben. |
Thale im Frühjahr 2004 |